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Weiter schreiben

Literarischer Salon, Leibniz Universität Hannover, 14. Etage, Königsworther Platz 1, 30167 Hannover
Montag 16.09.2019, 20:00 Uhr – 22:30 Uhr
6 – 10 €

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VGH Regionaldirektion Hannover / Hildesheim
Literarischer Salon Hannover

In Diktaturen oder autoritären Staaten hat die Literatur einen notorisch schweren Stand. Wer hier schreibt, braucht fast immer enormen Mut. Aber Literaturschaffende haben ja gar keine Wahl. Sie können nicht anders, als ihre Welt schreibend wahrzunehmen, um so mit ihr in Beziehung zu treten. Weiter leben heißt für sie deshalb: weiter schreiben. Allerdings bedeutet das – unter dem falschen Regime und in Kriegs- oder Krisengebieten – nur zu oft auch: Flucht!

So ging es Rabab Haider: Die Kolumnen der syrischen Autorin waren unbequem; ihr zweiter Roman „Hasenloch" handelte gar von Revolution, Feminismus und Minderheiten. Haider musste ihr Land verlassen und lebt seit 2018 in Deutschland.

Damit sie auch hier weiter schreiben kann, helfen ihr zwei deutsche Autorinnen: Annika Reich unterstützt mit dem Portal „weiterschreiben.jetzt" geflüchtete Autorinnen, lässt deren Texte übersetzen, publizieren und vermittelt Lesungstermine mit prominenter literarischer Begleitung. In Rabab Haiders Fall ist das Ulla Lenze, eine nicht nur vielfach preisgekrönte Autorin, sondern auch eine weitgereiste. Lenze lebte und schrieb in Syrien, in Damaskus und in Basra, und auch längere Zeit in Mumbai und Istanbul. Wiederzufinden ist das in ihrem Roman „Die endlose Stadt". Im Literarischen Salon in Hannover begeben sich Ulla Lenze und Rabab Haider gemeinsam mit Moderatorin Annika Reich in einen syrisch-deutschen Literaturdialog.

Rabab Haider studierte Literaturwissenschaften in Latakia, Syrien. Danach arbeitete sie als Stewardess und Sicherheitsberaterin für Gulf Airline und bis 2011 als vereidigte Übersetzerin Englisch/Arabisch beim Justizministerium. Sie übersetzt Lyrik, unterrichtet Creative Writing und schreibt Kolumnen für Zeitungen und Magazine. Ihr erster Roman „Land des Granatapfels" erschien 2012. Ihr Roman „Hasenloch" konnte noch nicht veröffentlicht werden.

Ulla Lenze, Foto: Julien Menand

Ulla Lenze lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman „Schwester und Bruder" (2003) wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. beim Bachmann-Wettbewerb. Sie war Writer-in-Residence in Damaskus, Istanbul, Mumbai und Venedig; Lesereisen führten sie 2016 nach Nordafrika, Iran und in den Irak. Zuletzt erschien ihr Roman „Die endlose Stadt". 2016 erhielt sie den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft.

Annika Reich lebt als Autorin und Aktivistin in Berlin. 2015 hat sie das Aktionsbündnis „Wir machen das" mitgegründet und ist zudem Künstlerische Leiterin des preisgekrönten Literaturportals für Autorinnen aus Krisengebieten „Weiter schreiben". Reich ist Kolumnistin für die ZEIT-Online-Kolumne „10 nach 8", Dozentin für Kulturtheorie und Kreatives Schreiben und hat zahlreiche kultur-wissenschaftliche Bücher und Essays veröffentlicht. Zuletzt erschienen ihr Roman „Die Nächte auf ihrer Seite" sowie ihre Kinderbuchreihe rund um „LOTTO".

Literarischer Salon, Foto: Hannes Jung
Spielstätte Literarischer Salon, Leibniz Universität Hannover, 14. Etage, Königsworther Platz 1, 30167 Hannover
Ursprünglich aus einer studentischen Initiative entstanden, gehört der Literarische Salon mittlerweile fest zur kulturellen Landschaft Hannovers. Der Salon versteht sich als „Live-Feuilleton“, in dem in Lesungen, Vorträgen und moderierten Gesprächen Literatur, Theater und Wissenschaft ebenso diskutiert werden wie Film, Kunst und Medien. Stets liegt dabei ein großer Schwerpunkt auf dem Austausch zwischen Gästen und Publikum.
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