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Kämpferin und Heilige – Die Jungfrau von Orléans

Theater Sulingen, Schmelingstr. 37, 27232 Sulingen
Sonntag 08.09.2019, 17:00 Uhr – 19:00 Uhr
16 – 26 €

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Kulturverein Sulingen e.V.

Die französische Freiheitskämpferin Jeanne d’Arc steht bis heute für vorbildhaften Mut und die absolute Hingabe an ein höheres Ziel. Beseelt vom göttlichen Auftrag, führte sie die französischen Truppen zum Sieg gegen die Engländer und befreite Orléans. Als sie dem Feind in die Hände fiel, wurde sie vom Klerus angeklagt und als Ketzerin verbrannt – posthum jedoch zur Nationalheldin erklärt und später gar heiliggesprochen. Das Schicksal der mutigen Kämpferin hat viele Literaten, Komponisten und Filmemacher zu herausragenden Werken inspiriert.

Auch Friedrich Schiller setzte ihr 1801 mit „Die Jungfrau von Orléans" ein Denkmal. In seiner „romantischen Tragödie" wird aus der mythisch verklärten Heldin eine ganz irdische Frau mit echten Gefühlen, zerrissen zwischen ihrer Liebe zu Gott und der zu einem Mann – dem feindlichen Ritter Lionel. Schiller schuf mit seinem Stück einen üppigen Bilderbogen voller politischer, philosophischer und religiöser Motive, eine Parabel über den fehlbaren Menschen, der mit seinen eigenen, unbedingten Ansprüchen konfrontiert wird – und daran zerbricht.

Dramaturgin Barbara Kantel bringt das widerspruchsgeladene Drama um Jeanne d’Arc nun in gekürzter Fassung auf die Bühne: Die Schauspieler Michelle Barthel als Johanna sowie Andrea Casabianchi, Henning Nöhren, Rainer Frank, Jonas Steglich und Silvester von Hößlin lesen höchst eindringlich aus Schillers Drama und lassen Johannas überirdischen Mut und menschlichen Zweifel spürbar werden.

Michelle Barthel, Foto: Patricia Teslenko

Michelle Barthel spielte bereits als Jugendliche in kleinen Filmrollen, bevor 2009 mit dem Sozialdrama „Keine Angst" ihr Durchbruch kam, u. a. ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Grimme-Preis. Seither folgten Rollen u. a. im „Tatort" sowie in weiteren Fernseh-und Kinoproduktionen, zuletzt in den Filmen „Der Boden unter den Füßen" und „Relativity".

Andrea Casabianchi, Foto: Marion Koell

Andrea Casabianchi studierte Schauspiel an der Folkwang Hochschule Essen. Während ihres Studiums gastierte sie am Schauspiel Essen und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Von 2009-2016 war sie Ensemblemitglied an den städtischen Bühnen Osnabrück. In dieser Zeit wurde sie wiederholt in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute in derKategorie "Beste Nachwuchsschauspielerin" nominiert. Seit 2016 ist sie freischaffend. Sie lebt in Hannover, wo sie wiederholt am „Theater an der Glocksee“ zu sehen war und gastiert am Hans Otto Theater in Potsdam. Seit 2007 arbeitet sie auch als Sprecherin für Hörspielproduktionen und stellte sich wiederholt als Overvoice für Tanztheaterproduktionen zur Verfügung.

Henning Nöhren, Foto: Nadja Klier

Henning Nöhren studierte Schauspiel an der HMTMH. Er spielte am Staatstheater Hannover, am Staatstheater Braunschweig und am Schauspielhaus Hamburg. Vor der Kamera konnte man ihn u.a. im „Tatort“ und in Filmen wie z.B. „Wie Tag und Nacht“ und „Am Ende der Hoffnung“ sehen. Er ist zudem Synchronsprecher.

Rainer Frank, Foto: Anders Anderson

Rainer Frank wuchs in Santiago, Damaskus, Königs Wusterhausen und Berlin auf und studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch" in Berlin. Er war Mitbegründer des Theaterhauses Jena und dort auch Ensemblemitglied. Seit 1995 führten ihn Engagements zu den Wiener Festwochen und an mehrere deutsche Theater. Bis 2009 war er Teil des Ensembles des Schauspiels Frankfurt und ist seit 2009 / 10 festes Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover.

Jonas Steglich, Foto: Katrin Ribbe

Jonas Steglich studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. Er war Studiomitglied am Schauspiel Leipzig; seit der Spielzeit 2014 / 2015 ist er festes Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover. Für seine Darstellung in dem Einpersonenstück „All das Schöne" gewann er den Günther-Rühle-Preis.

Silvester von Hösslin, Foto: Mareike Sedl

Silvester von Hößlin schloss 2003 sein Schauspielstudium an der Theater Hochschule Zürich ab. Im Anschluss arbeitete er als Gast am Schauspielhaus Bochum und am Schauspiel Frankfurt und war Ensemblemitglied am Theater Aachen. Zwischen 2012 und 2015 war er am Theater Basel engagiert. Seither ist er Ensemblemitglied am Schauspiel Hannover.

Barbara Kantel, Foto: Katrin Ribbe

Barbara Kantel ist seit vielen Jahren als Dramaturgin, Regisseurin, Dozentin für Darstellendes Spiel, Theaterpädagogin und -therapeutin tätig, sowohl für die freie Szene als auch in festen Theaterengagements. Sie leitete das Junge DT am Deutschen Theater Berlin, das Junge Schauspielhaus Düsseldorf und ist seit 2017 Künstlerische Leiterin des Jungen Schauspiels Hannover.

Theater Sulingen, Foto: René Bader
Spielstätte Theater Sulingen, Schmelingstr. 37, 27232 Sulingen
Im Stadttheater Sulingen haben wir den Zauberkasten für Sie gefüllt – mit aktuellen und klassischen Schauspielen, mit Musik, die berührt und bewegt, und mit Comedy und Kabarett, die zum Lachen einladen. Das Theater wurde 1993 eröffnet. Der Bau ist an das Gymnasium Sulingen angeschlossen. Durch das helle Holz und die hellen Ziegel im Theatersaal entsteht bei Licht eine ganz besonders Atmosphäre, die die gesamte Bühne und die gesamten Zuschauerränge erfasst und ein eindrucksvolles Theatererlebnis ermöglicht. Vor dem Theatereingang steht die 4,25 Meter hohe Bronzeplastik „Europa und die neun Musen“. Der Sulinger Künstler Robert Enders (1928–2003) hat die schönen Künste eindrucksvoll figurativ dargestellt.
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