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frau@bauhaus

Museumsquartier, Akzisehaus, Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück
Mittwoch 11.09.2019, 19:30 Uhr – 21:00 Uhr
10 – 15 €

Unsere Partner

VGH Regionaldirektion Osnabrück
Museumsquartier Osnabrück
Literaturbüro Westniedersachsen e.V.

Vor 100 Jahren gründete Walter Gropius das Bauhaus: eine innovative Kunstschule, die bis heute prägend ist für Architektur, Kunst und Design. Die Bauhaus-Avantgarde stand für künstlerischen Freigeist und Weltoffenheit. In ihren eigenen Reihen wurde sie dem Anspruch gesellschaftlicher Utopien aber nicht immer gerecht: „Wo Wolle ist, ist auch ein Weib, das webt, und sei es nur zum Zeitvertreib", befand beispielsweise Bauhaus-Meister Oskar Schlemmer zur Rolle der Frauen am Bauhaus. Höchste Zeit also, den verkannten Kreativen eine literarische Bühne zu bereiten:

In „Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus" rückt Jana Revedin die geistreiche Journalistin Ise Frank als „Seele des Bauhauses" ins wohlverdiente Licht: 1923 heiratete sie Walter Gropius – und war dabei weit mehr als die Ehefrau des Bauhaus-Gründers, bestimmte sie doch den Kurs der Bewegung entscheidend mit. Der Roman „Wenn Martha tanzt" von Tom Saller nimmt uns mit in Martha Wetzlaffs geradezu magische Kindheit in Pommern und lässt uns tief in die wilde Zeit am Weimarer Bauhaus eintauchen, wo Martha das Tanzen als Kunstform entdeckt. Erst Jahrzehnte später wird ihr Urenkel Marthas Notizbuch finden: darin Originale von Bauhaus-Künstlern wie Klee und Kandinsky …

Die Literaturkritikerin Frauke Meyer-Gosau spricht mit Revedin, Saller und der Kuratorin der Bauhaus-Ausstellung in Osnabrück, Maren Waike-Koormann, über die kreativen Konzepte und die beinahe vergessenen Pionierinnen der Bauhaus-Ära. Die im Museumsquartier zeitgleich gezeigte Ausstellung mit original Rasch-Bauhaus-Tapeten erzählt eine besondere Erfolgsgeschichte: die von der Zusammenarbeit der Osnabrücker Industriellentochter Maria Rasch mit der Bauhaus-Künstlerin Lou Scheper-Berkenkamp.


18 Uhr: Führung durch die Ausstellung „bauhaustapete – neu aufgerollt" im Kulturgeschichtlichen Museum durch die Kuratorin Dr. Maren Waike-Koormann (Museumseintritt: 5€)

Jana Revedin, Foto: Gernot Gleiss

Jana Revedin habilitierte an der Universität Venedig über die deutsche Reform-Moderne und lehrt heute als Architekturprofessorin in Paris und Lyon. Sie wurde für ihre nachhaltigen und kritischen Ansätze in Architektur und Städtebau ausgezeichnet und zur Ritterin der französischen Ehrenlegion Chevaliers des Arts et des Lettres geschlagen. Der Spiegel-Bestseller „Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus“ wurde 2019 zum Grimme Preis und Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Tom Saller, Foto: Anett Kürten

Tom Saller hat Medizin studiert und arbeitet heute als Psychotherapeut in der Nähe von Köln. Falls er nicht gerade schreibt, spielt er Saxofon in einer Jazzband. "Wenn Martha tanzt" ist sein erfolgreicher Debütroman.

Maren Waike-Koormann studierte Kunst-, Kultur und Erziehungswissenschaften an der Universität Bremen, wo sie auch promovierte. Sie arbeitete an mehreren Kulturinstitutionen und Museen. Seit 2017 ist sie Kuratorin für Kunst der Klassischen Moderne im Museumsquartier Osnabrück.

Frauke Meyer-Gosau, Foto: Sabine Berloge

Frauke Meyer-Gosau studierte Literatur- und Theaterwissenschaft und Politologie. Nach Jahren als Hochschullehrerin an ausländischen Universitäten (Ljubljana, Sydney, Providence) wurde sie Lektorin des Deutschen Literaturfonds in Darmstadt und schließlich Chefredakteurin der Zeitschrift „Literaturen". Sie lebt als freie Kritikerin (u. a. für die Süddeutsche Zeitung) in Berlin.

akzisehaus, Foto: museumsquartier-osnabrueck
Spielstätte Museumsquartier, Akzisehaus, Lotter Str. 2, 49078 Osnabrück
Die vier Häuser im Museumsquartier Osnabrück (Felix-Nussbaum-Haus, Kulturgeschichtliches Museum, Akzisehaus, Villa Schlikker) beherbergen nicht nur die international größte Sammlung von Werken des Malers Felix Nussbaum, von denen jeweils eine Auswahl in der beeindruckenden Architektur Daniel Libeskinds präsentiert wird: Die Kunstsammlung reicht zurück bis zur Antike. Gezeigt werden bedeutende Werke von Albrecht Dürer, eine umfassende kulturhistorische Sammlung, und daneben wechselnde Ausstellungen zu Positionen der klassischen Moderne und Gegenwartskunst. Mit den Mitteln der Kunst und in Auseinandersetzung mit Geschichte wird hier einer zentralen Frage unserer Zeit nachgegangen: Wie wollen, wie können wir in Frieden miteinander leben?
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