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Vom Leben schreiben – vom Schreiben leben

Kempowski Stiftung - Haus Kreienhoop, Zum Röhrberg 24, 27404 Nartum
Freitag 20.09.2019, 19:30 Uhr – 21:30 Uhr
10 – 15 €

Unsere Partner

VGH Regionaldirektion Stade
Kempowski Stiftung

Wer sich fürs Schriftstellerdasein entscheidet, springt ins kalte Wasser: Vom Schreiben leben können die wenigsten. Und wer in seiner Kunst innovative Wege beschreitet, trifft zudem oft auf Unverständnis.

Walter Kempowski, der im April dieses Jahres 90 Jahre alt geworden wäre, bewies auf seinem Lebensweg politisch wie literarisch Courage: 1948 kam er aus politischen Gründen ins Zuchthaus Bautzen. Und lange litt er, der sich selbst als „Sisyphos" sah, unter der fehlenden literarischen Anerkennung, die ihm spätestens für sein Mammutwerk „Echolot", zuteil wurde. In Haus Kreienhoop liest Schauspieler Christian Steyer Auszüge aus den Tagebüchern des Autors, die Kempowski-Expertin Katrin Möller- Funck ausgewählt hat und die uns die Licht- und Schattenseiten seines Schriftstellerlebens auf bewegende Weise nahebringen.

Zu Gast in Nartum sind auch Gerhard Henschel, der mit Kempowski seit 1984 im persönlichen Austausch stand und mit seinen Martin-Schlosser- Romanen dessen literarischen Fußstapfen folgt, und Juan S. Guse. Der 30-jährige Autor ging seine Autorenkarriere gezielt an, studierte Literarisches Schreiben und promoviert nun in Soziologie. Im Gespräch mit NDR-Kultur-Redakteur Joachim Dicks geben die beiden Einblicke in das Wagnis und die Unwägbarkeiten des Autorenlebens: Kann man davon leben, lässt es sich planen, macht es einsam – und was ist das Schöne daran, warum „müssen" Autoren schreiben, koste es, was es wolle?


ab 18.30 Uhr: Hausbesichtigung möglich

Juan S. Guse, Foto: Jörg Steinmetz

Juan S. Guse studierte Kreatives Schreiben in Hildesheim und promoviert derzeit in Hannover im Bereich Arbeitssoziologie. Nach seinem Debüt „Lärm und Wälder" erschien 2019 der von der Presse hochgelobte Roman „Miami Punk". Guse wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Berliner „open mike" und dem Literaturpreis Hannover 2017.

Gerhard Henschel, Foto: Jochen Quast

Gerhard Henschel lebt als freier Autor in der Nähe von Hamburg. Er veröffentlichte Satiren (etwa in der „Titanic“), Sachbücher (wie „Da mal nachhaken: Näheres über Walter Kempowski“) und Romane, zuletzt den „Erfolgsroman“ in 2018.Für sein Werk erhielt er unter anderem den Nicolas-Born-Preis 2013 und den Ben-Witter-Preis 2017.

Joachim Dicks, Foto: Yvonne Szallies-Dicks

Joachim Dicks studierte Philosophie, Germanistik und italienische Philologie in Köln und Bologna. Anschließend arbeitete er als freier Autor und Journalist für ARD und ZDF. Seit 2003 ist er Redakteur und Moderator bei NDR Kultur in Hannover, seit 2010 in der dortigen Literaturredaktion.

Christian Steyer, Foto: Felix Landbeck

Christian Steyer studierte Musik und Schauspiel, trat als Schauspieler seit 1972 in zahllosen Filmen auf und arbeitet als Sprecher fürs Fernsehen und in Hörspielen. Zugleich tritt er seit langem als vielgebuchter Komponist von Film- und Theatermusik in Erscheinung. Steyer ist als Chorleiter tätig und Dozent am Jazz-Institut Berlin.

Katrin Möller-Funck studierte Geschichte, Literaturwissenschaft und Politik und promovierte 2014. Seit 2005 arbeitet sie als Leiterin des „Kempowski Archiv Rostock. Ein bürgerliches Haus e. V." und ist seit 2009 zudem bei der „Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop" in Nartum tätig.

Kempowski Stiftung - Haus Kreienhoop, Foto: Nauka Kirschener
Spielstätte Kempowski Stiftung - Haus Kreienhoop, Zum Röhrberg 24, 27404 Nartum
Der Schriftsteller Walter Kempowski gehört zu den meistgelesenen deutschen Gegenwartsautoren und gilt als einer der bedeutendsten literarischen Chronisten deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert. Er verstarb im Oktober 2007 in Nartum bei Rotenburg/Wümme. Wie testamentarisch von ihm verfügt, sind seine Arbeitsräume im Nartumer „Haus Kreienhoop" mitsamt seiner umfangreichen Bibliothek in eine Stiftung übergegangen. Es war Kempowskis ausdrücklicher Wunsch, das Haus als Ausstellungs-, Begegnungs- und Tagungsort für Literaten und Literaturinteressierte zu nutzen.
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