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leise, laut, verboten – Literaten in der DDR

Grenzlandmuseum Eichsfeld, Bildungsstätte, Duderstädter Str. 7, 37339 Teistungen
Sonntag 15.09.2019, 17:00 Uhr – 19:00 Uhr
18 – 22 €

Unsere Partner

VGH Regionaldirektion Göttingen
Grenzlandmuseum Eichsfeld e.V.
Literarisches Zentrum Göttingen e.V.

Wie sehr einst im Osten Deutschlands die Freiheiten – der Meinungen, des Reisens, der Kunst – begrenzt waren, ist heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, kaum noch vorstellbar. In der DDR war dies jedoch eine Realität, unter der alle litten – nicht zuletzt die Künstlerinnen und Künstler, die sich heimlich in Küchen und Ateliers trafen und mal mehr, mal weniger deutlich aufbegehrten gegen die Staatsmacht, die Privilegierten und Angepassten. Dabei musste, wer in der DDR gesellschaftskritisch dachte oder gar handelte und schließlich, im Herbst 1989, auf die Montagsdemonstrationen ging, mit Bespitzelungen, Repressalien und Verhaftungen rechnen.

Autorin Katja Lange-Müller, die selbst schon mit 16 Jahren wegen „unsozialistischen Verhaltens" der Schule verwiesen wurde, hat Texte von DDR-Literaten wie Wolfgang Hilbig und Durs Grünbein ausgesucht. An dem ehemaligen Grenzort – im Grenzlandmuseum Eichsfeld – lassen die Schauspieler Annett Renneberg und Florian Lukas die Unterdrückung, aber auch die kreative Lust der Künstler und den politischen Mut der Bürger wieder lebendig werden, die schließlich zur Friedlichen Revolution von 1989 geführt haben.

Und wenn Jazz-Percussion-Legende Günter Baby Sommer dazu fulminant improvisiert und trommelt, werden sie ganz und gar hörbar: Unruhe, Aufbruch, Erwartung und die spannungsreiche Atmosphäre dieser Zeit, als viel auf dem Spiel stand und schließlich – durch den Mut der vielen – Unvorstellbares möglich wurde.


15.00 Uhr: Führung durch das Grenzlandmuseum

Annett Renneberg, Foto: Anne Huneck

Annett Renneberg, in Rudolstadt geboren, steht seit dem Alter von 13 Jahren vor der Kamera und auf der Bühne, darunter bei den Salzburger Festspielen. Dem breiten Publikum ist sie als Signorina Elletra aus den „Commissario Brunetti"-Filmen bekannt. Außerdem tritt sie mit einem musikalisch-literarischen Programm auf und begleitet seit 1997 regelmäßig die Schriftstellerin Donna Leon auf Lesereise.

Florian Lukas, Foto: Jan Rickers

Florian Lukas, in Ostberlin geboren, hatte seinen großen Durchbruch im Erfolgsfilm „Good Bye, Lenin!", für seine Rolle erhielt er 2003 u.a. den Deutschen Filmpreis. Aus dem Fernsehen ist Lukas u. a. aus „Polizeiruf 110", „Wolffs Revier" und zuletzt aus der ARD-Serie „Weißensee" bekannt. In seinem neuesten Projekt steht Lukas gemeinsam mit „Harry Potter"-Star Rupert Grint vor der Kamera.

Günter Baby Sommer, Foto: Francesca Pfeffer

Günter Baby Sommer, geboren in Dresden, ist einer der bedeutendsten Schlagzeuger und Perkussionisten des zeitgenössischen Jazz, der mit allen wichtigen Musikern der europäischen Avantgarde spielte, mit Literaten wie Christa Wolf und Günter Grass gearbeitet und mit seinem breitgefächerten Schlaginstrumentarium eine unverwechselbare musikalische Sprache entwickelt hat. Sommer lebt in Radebeul und ist Professor an der Musikhochschule Dresden.

Katja Lange-Müller, in Ostberlin geboren, studierte am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig. Für ihre mit psychologischer Brillanz und lakonischem Humor erzählten Bücher erhielt die in Berlin und der Schweiz lebende Autorin zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Günter-Grass-Preis 2017. Zuletzt erschienen ihr Roman „Drehtür" und die Poetikvorlesungen „Das Problem als Katalysator".

Grenzlandmuseum, (c) Thomas Rosenthal
Spielstätte Grenzlandmuseum Eichsfeld, Bildungsstätte, Duderstädter Str. 7, 37339 Teistungen
Fast 40 Jahre endeten zahlreiche Bundesstraßen, aber auch überregionale Wanderwege abrupt an einem Stacheldrahtzaun. Dahinter die zementierte Trennlinie zweier Gesellschaftssysteme, unüberwindbar, bewacht und vermint. Das Grenzland Museum in Teistungen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die DDR-Vergangenheit aufzuarbeiten. Die angeschlossene Bildungsstätte bietet Seminare und Veranstaltungen an zu den Themen: DDR, Demokratie in Deutschland sowie Ökologie und Umwelt.
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