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Von Menschen und Maschinen

Industriedenkmal Eulenburg Greve & Uhl, Maschinenhaus, Scheerenberger Str. 100, 37520 Osterode am Harz
Mittwoch 12.09.2018, 19:30 Uhr – 21:00 Uhr
18 – 22 €

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Industriedenkmal Eulenburg Greve & Uhl GmbH & Co KG
Stadtbibliothek Osterode am Harz
Stadt Osterode am Harz

Herzschrittmacher, Smartphones, Autor und Flugzeuge - technische Geräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt immer mehr. In der Literatur sind die vielfältigen Beziehungen zwischen dem Menschen und seinen technischen Erfindungen von jeher ein Thema. Bereits in der Antike stellte man sich Androiden vor, künstliche Menschen, die als lenkbare und willige Sklaven einzusetzen wären. Im 18. Jahrhundert begann mit der Erfindung der Dampfmaschine das Zeitalter der Industrialisierung. In dieser Zeit bevölkerten künstliche Automatenmenschen die Phantasie der Dichter.

In ihrer Collage wirft Germanistin Christiane Freudenstein einen Blick auf die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, der manchmal recht düster und manchmal zum Schmunzeln ist, aber auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Die Schauspieler Julia Hansen und Heikko Deutschmann kämpfen sich mit Emile Zola im Führerhaus der Lison-Dampflokomotive durch eine unwirtliche Winterlandschaft, machen Bekanntschaft mit mechanischen Doppelgängern und stellen mit Ephraim Kishon fest: "Die Waschmaschine ist auch nur ein Mensch". Begleitet werden sie von Musiker Stephan Meier, der den surrenden, ratternden und quietschenden Maschinen ihren ganz eigenen Klang gibt.

Das Industriedenkmal Eulenburg Greve & Uhl in Osterode am Harz, eine frühere Wollwarenfabrik, bildet den Rahmen für diesen Abend, der Utopisches, Dystopisches und Alltägliches aus der Welt der Technik vereint.

Heikko Deutschmann, Foto: Helge Krückeberg

Heikko Deutschmann spielte nach seiner Ausbildung an der Berliner Schaubühne, am Hamburger Thalia Theater, dem Schauspielhaus Köln und dem Schauspielhaus Zürich. Ab Mitte der 1990er Jahre kamen Kino- und TV-Arbeiten dazu, wie „Planet der Kannibalen“, „Ein Fall für Zwei“, „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Zudem ist Deutschmann als Autor und Regisseur tätig und leiht als Hörbuchsprecher zahlreichen Publikationen seine Stimme.

Julia Hansen, Foto: Frank Stefan Kimmel

Julia Hansen studierte an der Folkwang-Hochschule in Essen Schauspiel, Gesang und Tanz. Feste Engagements führten sie an zahlreiche deutsche Bühnen, seit 2011 ist sie freiberufliche Schauspielerin u. a. am Staatstheater Darmstadt oder am Schlossparktheater Berlin. Neben ihrer Schauspieltätigkeit steht sie seit mehreren Jahren als Sängerin auf der Bühne und ist als Sprecherin im Rahmen von Lesungen und Hörbuchproduktionen tätig.


Stephan Meier studierte Schlagzeug und Klavier in Hannover und Den Haag. Neben Auftritten als Solokünstler und in Formationen wie Das Neue Ensemble, das er 1993 mit gründete, arbeitet er als Dirigent und Komponist. Zudem leitete er das Netzwerkprojekt „Musik 21“ in Niedersachsen. Meier erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 2016 wurde er von der Birmingham Contemporary Music Group als künstlerischer Leiter berufen.



Christiane Freudenstein, Foto: Hannah Arnold

Christiane Freudenstein ist Germanistin und Bibliothekarin. Ihr literarisches Fachwissen setzt sie unter anderem als Herausgeberin von „Kindlers Literatur Lexikon“ ein, hat aber neben Titeln wie „Das literarische Bankett“ und „Neuseeland erzählt. Vom anderen Ende der Welt“ noch weitere Literaturanthologien herausgegeben. Zuletzt erschien "Wilhelm Busch: Umsäuselt von sumsenden Bienen. Schriften zur Imkerei".


Industriedenkmal Eulenburg Greve & Uhl, Foto: Gabriele Fischer
Spielstätte Industriedenkmal Eulenburg Greve & Uhl, Maschinenhaus, Scheerenberger Str. 100, 37520 Osterode am Harz
Die ehemalige Wollwarenfabrik Greve & Uhl in Osterode am Harz, deren Grundstein 1832 von Ludewig Greve und Eduard Uhl gelegt wurde, gilt als eines der herausragenden deutschen Industriedenkmäler. Die ursprünglichen Gebäude aus verbrettertem Fachwerk sind alle noch erhalten. Aus den Jahren um 1903 und 1907 sind mehrere Backsteinbauten wie die Spinnerei, das alte Maschinenhaus und die Weberei erhalten – auf einer Fläche von rund 100.000 Quadratmeter werden sie heute gewerblich, zum Teil auch als Wohnungen und zu Freizeitzwecken, genutzt. Am renovierten Ziegeldach des Haupthauses haben sich seit mehreren Jahren Turmfalken angesiedelt.
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