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Das Dorf und die Welt

Heimathaus Rotenburg, Burgstr. 2, 27356 Rotenburg/Wümme
Montag 17.09.2018, 19:00 Uhr – 20:30 Uhr
10 – 15 €

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VGH Regionaldirektion Stade
Heimathaus Rotenburg (Wümme)
Stadtbibliothek Rotenburg

"Ohne Heimat sein heißt leiden", lautet ein Zitat des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski. In Zeiten von Globalisierung und Flucht stellt sich die Frage nach der Beziehung zwischen Mensch und Heimat: Ist die Idee der Verwurzelung obsolet geworden? Lässt sich das Gefühl der Zugehörigkeit auch in der Fremde finden?

Mit Jan Böttchers Roman "Das Kaff" und Lena Goreliks Themen Migration, Heimatlosigkeit und Identität stehen sich zwei Lebenswelten gegenüber, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite findet sich der begrenzte Raum des kleinen Ortes - eine Welt, in der die Menschen im selben Bett sterben, in dem sie geboren wurden. Auf der anderen Seite liegt die Suche nach einer Heimat jenseits von Vaterland und Muttersprache. Bei Böttcher fungiert ein Ort in der norddeutschen Tiefebene als Vergrößerungsglas für die Welt.

Germanistin Ursula März diskutiert mit den beiden Autoren über Heimat und Fremde, über den Reiz des reduzierten Raums und die Herausforderungen der Grenzenlosigkeit. Die passende Kulisse für diesen Abend bietet das Heimathaus Rotenburg.

Jan Böttcher, Foto: Timm Kölln

Jan Böttcher, geboren in Lüneburg, ist vielfach ausgezeichneter Autor der Romane „Geld oder Leben“ (2006), „Nachglühen“ (2008), „Das Lied vom Tun und Lassen“ (2011), „Y“ (2016) und „Das Kaff“ (2018). Er ist Mitbegründer des Musik- und Veranstaltungslabels Kookberlin und war bis 2008 Sänger und Texter der Berliner Band Herr Nilsson. Gemeinsam mit dem Fotografen Sascha Weidner verfasste er 2015, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des 15-jährigen Jubiläums der VGH-Stiftung, die Publikation „Des Sascha Weidners und des Jan Böttchers einzig wahre Erlebnisse …“.


Lena Gorelik, Foto: Charlotte Troll

Lena Gorelik, geboren in Sankt Petersburg, kam 1992 zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland. Nach ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolvierte sie den Studiengang „Osteuropastudien“. Seit 2004 hat Gorelik acht Bücher veröffentlicht, zuletzt „Mehr Schwarz als Lila“, für das sie für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert ist. Die Autorin wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis, dem Ernst-Hoferichter-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet.

Ursula März, Foto: privat

Ursula März studierte Germanistik und Philosophie in Köln und Berlin. Seit Ende der 1980er Jahre arbeitet sie als freie Journalistin und Kritikerin für verschiedene Rundfunksender und die Frankfurter Rundschau. Seit 2006 ist sie feste Mitarbeiterin von DIE ZEIT. 2002 bis 2008 war sie Jurorin beim Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, außerdem Jurorin des Wilhelm-Raabe-Preises Braunschweig und des Düsseldorfer Literaturpreises deLit.

Heimathaus Rotenburg, Foto: Angelika Pütz
Spielstätte Heimathaus Rotenburg, Burgstr. 2, 27356 Rotenburg/Wümme
Das Rotenburger Heimathaus ist ein niederdeutsches Hallenhaus aus dem Jahr 1779. Ursprünglich aus dem Ort Bellen (Kreis Rotenburg) auf das ehemalige Burggelände in Rotenburg versetzt, diente es bis 2010 als Heimatmuseum und ist nach Auflösung des Heimatbundes an die Stadt Rotenburg übertragen worden. Das Heimathaus kann heute mit seinem musealen Charme für Veranstaltungen und Privatfeiern angemietet werden und erfreut sich großer Beliebtheit.
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