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Sex sells – die Lust in der Literatur

Scheunenviertel, Kulturscheune, Neue Schulstraße, 31629 Estorf
Freitag 14.09.2018, 19:30 Uhr – 21:00 Uhr
18 – 22 €

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VGH Regionaldirektion Nienburg
Heimatverein Scheunenviertel Estorf

„Konzentrieren Sie sich auf den Sex und lassen Sie den poetischen Firlefanz weg“, forderte ihr Auftraggeber von der amerikanischen Schriftstellerin Anaïs Nin. Ihre Erwiderung lautete: „Ich hasse Sie. Das Geschlechtliche verliert alle Macht und Magie, wenn es überdeutlich, übertrieben, mechanisch dargestellt, wenn es zur fixen Idee wird. Es wird stumpfsinnig.“

Schriftstellerin Nora Bossong ergründet in einer sinnlich-lustvollen Collage die Magie erotischer Liebesbeziehungen – von Liebeslyrik aus dem islamischen Mittelalter über James Joyces Roman „Ulysses“, der seinerzeit wegen vermeintlicher Obszönität verboten wurde; von Anaïs Nins Prosaband „Das Delta der Venus“, der als Antwort auf die Forderungen ihres Auftraggebers hin entstand, bis hin zu aktuellen Texten. Die Schauspieler Annett Renneberg und Wanja Mues lesen Texte von Friedrich Schlegel, Leo Tolstoi, Friederike Mayröcker, Yasmina Reza und anderen über Liebesaffären, Dreiecksgeschichten und Techtelmechtel. Musikalisch untermalt wird dieser Schlüsselloch-Blick in die amourösen Abenteuer der Literatur von Cellist Stephan Braun.

In der Kulturscheune Estorf erwartet Sie ein Abend zwischen Sinn und Sinnlichkeit. Pochende Herzen garantiert!

Warme Kleidung wird empfohlen. Um 18.30 Uhr findet eine Führung durch das Scheunenviertel statt.

Wanja Mues, Foto: privat

Wanja Mues, in Hamburg geboren, stand schon mit elf Jahren vor der Kamera. Er ist regelmäßig in Film und Fernsehen zu sehen, spielte in mehreren „Tatort“-Folgen und im „Polizeiruf 110“ mit und wirkte in deutschen Filmen wie „Blueprint“ mit sowie in internationalen Produktionen wie „Die Bourne-Verschwörung“. Seit ein paar Jahren ist er als Privatdetektiv Leo Oswald im ZDF-Freitagskrimi „Ein Fall für zwei“ zu sehen. Als Sprecher las er zuletzt Romane von Haruki Murakami, Ian McEwan, Martin Suter und Christian Kracht als Hörbücher ein.

Annett Renneberg, Foto: Anne Huneck

Annett Renneberg steht seit dem Alter von 13 Jahren vor der Kamera und auf der Bühne, darunter bei den Salzburger Festspielen. Dem breiten Publikum ist sie als Signorina Elletra aus den „Commissario Brunetti“-Filmen bekannt. Seit 2005 tritt sie auch mit einem eigenen musikalisch-literarischem Programm auf.

Stephan Braun, Foto: Robert Grund @ Lamettanest Dresden

Stephan Braun, der schon mit Melody Gardot und Till Brönner auf der Bühne stand, gilt als einer der interessantesten Cellisten in der europäischen Jazzszene. In Hamburg und Berlin ausgebildet gewann er u.a. 2010 mit dem "Stephan Braun Trio" den internationalen Jazzwettbewerb in Bukarest. 2012 erschien das Album „Façon“ seines Duos „deep strings". Braun lehrt Jazz an der HMTM Hannover und am Jazzinstitut Berlin.

Nora Bossong, Foto: Heike Steinweg

Nora Bossong studierte in Berlin, Leipzig und Rom. Zuletzt erschien von ihr der Roman „36,9°“ (2015) und die Reportage „Rotlicht“ (2017). Ihr Gedichtband „Sommer vor den Mauern“ (2011) wurde 2012 mit dem Peter Huchel-Preis ausgezeichnet. Im November erscheint ihr neuer Gedichtband „Kreuzzug mit Hund" im Suhrkamp-Verlag.

Scheunenviertel Estorf, Foto: Rolf Bodermann
Spielstätte Scheunenviertel, Kulturscheune, Neue Schulstraße, 31629 Estorf
Scheunenviertel sind besondere Kleinode ländlicher Baukultur. Aus Angst vor vernichtenden Feuern wurden die Gebäude außerhalb von Dörfern errichtet und boten viel Platz für Lagergut und Unterstellmöglichkeiten. Zwischen 1650 und 1750 entstand in Estorf das Scheunenviertel mit bis zu 40 Scheunen. „Schünebusch“ wurde der Bereich genannt. Heute sind 8 Scheunen erhalten, das Scheunenviertel Estorf bietet Raum für traditionelle und aktuelle (Klein-) Kunst, Literatur, Feste und Ferien sowie Bildungsangebote. Die Dreschscheune wurde im Jahre 2014 zu einer Kulturscheune umgebaut.
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