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Von Luftschlössern und Fabelwelten - Festivalauftakt

VGH Versicherungen / Neubau, Schiffgraben 4, 30159 Hannover
Donnerstag 07.09.2017 – 19:00 Uhr
18 – 22 €

Dschungel, Inseln, Kemenaten, Kapitän Ahabs Walfangschiff Pequod, Crusoes Eiland oder Raskolnikows 2-Zimmer- Küche-Bad: Es gibt Orte, die haben wir so bildlich vor Augen, als wären wir selbst dort gewesen. Und doch sind sie nur aus 26 Buchstaben gemacht. Ein wenig Schwarzes auf weißem Papier. Zum Auftakt des Literaturfestes Niedersachsen dreht sich alles um fiktionale Räume in der Literatur – zu Land, zu Wasser und in der Luft. 

Dramaturg Hauke Hückstädt schlägt den literarischen Atlas auf und blättert und springt zu Orten, die nur in der Fantasie existieren. Die Schauspieler Annett Renneberg und Wanja Mues interpretieren diese schönen, berühmten oder selten gehörten Stellen und lassen diese Räume üppig, unheimlich, bescheiden, beängstigend oder unermesslich aufleuchten. 

Musikalisch werden sie begleitet von Cellist Stephan Braun, gemeinsam heuern sie auf der Pequod an, stranden auf Inseln, schauen an Zimmerdecken, suchen eine Bedürfnisanstalt auf oder gleiten durchs All. Ein Festivalauftakt, der an entlegene Orte der Fantasie entführt und die Gäste mitnimmt auf eine rasante Reise. Nächster Halt: Wunderland. 

Annett Renneberg, Foto: Anne Huneck

Annett Renneberg wurde 1978 in Rudolstadt geboren und wuchs in Berlin auf. Mit 13 Jahren spielte sie ihre erste Hauptrolle in einem Fernsehfilm. Es folgten seither über 80 weitere Rollen für Fernsehen und Kino. Die populärste ist die der Signorina Elettra in den Verfilmungen der Donna Leon Romane „Commissario Brunetti“, die Annett Renneberg seit 1999 verkörpert.

1998, ein Jahr nach ihrem Abitur, ergab sich die erste Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Zadek bei „Mahagonny“ im Rahmen der Salzburger Festspiele.Unter seiner Regie spielte sie in den darauf folgenden Jahren Ophelia in „Hamlet“, Solveig in „Peer Gynt“ und Ersilia in „Nackt“. 2008 spielte sie unter der Regie von Dr. Dieter Wedel die Kriemhild bei den Wormser Nibelungenfestspielen.

Seit 2005 tritt die Schauspielerin auch mit eigenen musikalisch- literarischen Bühnenprogrammen und Lesungen auf und begleitet zudem seit 1997 regelmässig die Schriftstellerin Donna Leon auf Lesereise.

2016 spielte Annett Renneberg im Rahmen der Salzburger Festspiele die Rolle der „Königin der Nacht“ in der Neuinszenierung des Thomas Bernhard Stückes „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ unter der Regie von Gerd Heinz. Diese Inszenierung wird in der Spielzeit 2017/18 am Wiener Burgtheater gezeigt.

Der Fernseh- Dreiteiler „Die Wölfe“ mit Annett Renneberg in einer Hauptrolle wurde mit dem Grimme Preis und dem Emmy Award ausgezeichnet. Darüber hinaus war die Schauspielerin für den Telestar nominiert, erhielt eine Vornominierung zum Deutschen Filmpreis und die „Lilly-Palmer und Curd-Jürgens-Gedächtniskamera“.

Annett Renneberg lebt mit ihrem Mann, den zwei gemeinsamen Söhnen, Schafen und Hühnern in Mecklenburg.

Wanja Mues, Foto: Stefan Klueter

Wanja Mues ist Film- und Theaterschauspieler und Hörbuchsprecher.  Er stand als Jugendlicher erstmals 1986 in dem ZDF-Mehrteiler „Jokehnen“ vor der Kamera. Es folgten diverse Fernseh- und Kinoproduktionen. Nach dem Abitur absolvierte er in New York am „Actors' Studio MFA-Program“ an der „New School for Social Research“ seine Schauspielausbildung. 

Mues übernahm im Anschluss daran im Fernsehen mehrere durchgehende Serienrollen, wiederkehrende Episodenrollen und auch Gastrollen. Er spielte in Kinofilmen wie „Gloomy Sunday“, „Der Pianist“ und „Yella“. Zuletzt war er unter anderem in den Krimiformaten „Ein Fall für zwei“, „Stubbe – Von Fall zu Fall“ und „Stralsund“ zu sehen. 

Als Hörbucher erschienen von ihm kürzlich Ian McEwans „Nussschale“, Christian Krachts „Die Toten“, sowie Charles Fosters „Der Geschmack von Laub und Erde“.

Stephan Braun, Foto: Lamettanest Dresden

Stephan Braun, als klassischer und Jazzcellist an den Musikhochschulen in Hamburg und Berlin ausgebildet, gewann u.a. mit seinem Trio den internationalen Jazzwettbewerb 2010 in Bukarest. Konzertauftritte führten ihn bereits nach Asien, Nordamerika, Afrika und Europa. Er gastierte auf bekannten Bühnen und Festivals, wie der Staatsoper Wien, Concertgebouw Amsterdam, Olympia Theatre Paris, Pori Jazzfestival in Finnland und war bei mehr als 20 CD-Produktionen beteiligt.

Stephan Braun gilt als einer der interessantesten jungen Musiker in der europäischen Jazzszene. Er spielte Konzerte mit bekannten Musikern und Ensembles, u.a. Don Thomson, Kristjan Randalu, Annamateur, Etta Scollo, Melody Gardot, Nils Landgren, Till Brönner, Gil Goldstein, Giora Feidman der NDR-Bigband und dem Berliner Ensemble. Mit dem CD-Debut (2008) seines Trios klärt er ein für alle Mal die Frage, was die wahre Domain des Violoncellos im Jazz ist: der Groove. Im Frühjahr 2012 ist die CD „Façon“ seines Duos „deep strings“ bei nrw-Records erschienen. Seit 2014 unterrichtet er Jazz an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover und seit 2016 am Jazzinstitut in Berlin.

Momentan lebt Stephan Braun als freischaffender Musiker in Berlin.

Hauke Hückstädt, geboren 1969 in Schwedt/Oder, lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main, wo er seit 2010 als Leiter des Literaturhaus Frankfurt am Main wirkt. Zuvor verantwortete er von 2000 bis 2010 das Literarische Zentrum Göttingen. Von ihm erschienen Gedichte, Übersetzungen, Kritiken und Aufsätze in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien. Außerdem der Band „Neue Heiterkeit. Gedichte“ (Springe: zu Klampen 2001). Zuletzt war er Herausgeber von „Deutschstunden. Autoren über Emil Nolde“ (München: Prestel 2014), „Acht Betrachtungen II. Acht Autoren, acht Kunstwerke” (Frankfurt: Henrich Editionen 2016) sowie „95 Anschläge – Thesen für die Zukunft“ (Frankfurt: S. Fischer Verlag 2017).

Spielstätte VGH Versicherungen / Neubau, Schiffgraben 4, 30159 Hannover
Was im Mai 2007 begann, fand nach nur zwei Jahren im Juni 2009 seinen Abschluss – die neuen VGH-Gebäude im Warmbüchenkamp in Hannover waren bezugsfertig. Der dreiteilige Gebäudekomplex wird neben der VGH auch vom Sparkassenverband Niedersachsen, der Feuerwehrunfallkasse und dem Landesfeuerwehrverband Niedersachsen genutzt. Außerdem bieten die VGH Versicherungen acht Privatwohnungen an. Der Veranstaltungsbereich im Erdgeschoss des mittleren Gebäudes lädt zu Events verschiedener Art ein.
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